Stationär vs. Online: Vertrauen als gemeinsamer Nenner
Im stationären Handel entsteht Vertrauen oft intuitiv: durch persönliche Beratung, bekannte Marken oder die physische Präsenz eines Geschäfts. Kund:innen sehen Produkte, erleben den Service direkt und fühlen sich dadurch sicherer in ihrer Kaufentscheidung.
Im E-Commerce fehlt genau diese physische Komponente. Vertrauen muss daher aktiv aufgebaut werden - und zwar an jedem einzelnen Touchpoint: vom ersten Website-Besuch bis zum Checkout.
Der Payment Report zeigt deutlich: Konsument:innen denken nicht mehr in Kanälen, sondern in Erlebnissen. Wer online nicht das gleiche Vertrauen vermittelt wie ein Geschäft vor Ort, verliert Kund:innen schnell wieder.
E-Commerce ist etabliert - Vertrauen wird zum Differenzierungsfaktor
Mit rund 90 % Online-Shoppern ist E-Commerce in Österreich längst Alltag.
Doch genau diese Reife führt zu einer neuen Herausforderung: Kund:innen sind selektiver geworden und kaufen nur dort, wo sie sich sicher fühlen und wo der Kauf- und Bezahlprozess einfach ist.
Der Wettbewerb verschiebt sich damit von Preis und Sortiment hin zu einem zentralen Faktor: Wie vertrauenswürdig wirkt ein Online-Shop und wie bequem ist der Einkauf?
Ein professioneller Auftritt, transparente Informationen und bekannte Zahlungsarten sind heute oft entscheidender als das Produkt selbst.
Warenkorbabbruch: Wenn Vertrauen fehlt, geht der Umsatz verloren
Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Reports ist die hohe Warenkorbabbruchquote von 65 %.
Neben Preisfaktoren spielt vor allem Vertrauen eine entscheidende Rolle:
- 10 % brechen den Kauf ab, weil der Shop nicht vertrauenswürdig wirkt
- 17 % wegen fehlender bevorzugter Zahlungsmethoden
- weitere Abbrüche entstehen durch Unsicherheit im Checkout-Prozess
Der Zahlungsprozess soll einfach, schnell und sicher sein
Zahlungsmethoden sind weit mehr als ein technisches Detail - sie sind ein starkes Signal für Vertrauenswürdigkeit.
Der Report zeigt, dass österreichische Konsument:innen bewusst auf bekannte und etablierte Zahlungsarten setzen. Karten, Rechnung und E-Wallets dominieren klar.
Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl sind:
- Einfachheit (59,5 %)
- Geschwindigkeit (58 %)
- Sicherheit (53 %)
Interessant ist dabei: Sicherheit allein reicht nicht aus. Vertrauen entsteht vor allem durch ein reibungsloses, intuitives Bezahlerlebnis.
Die wichtigsten Learnings
- Den Checkout simpel halten
Der Checkout ist der wohl wichtigste Prozess im E-Commerce. Kund:innen sollte der Bezahlprozess so einfach wie möglich gemacht werden. - Verlässlichkeit
Lieferzeiten, Retouren und auch die Zahlungsabwicklung müssen zuverlässig und einfach funktionieren. - Sichtbare Vertrauenssignale
Gütesiegel, Kundenbewertungen und bekannte Zahlungsanbieter ersetzen die „physische Sicherheit“ eines Geschäfts.
Gerade hier spielt das Österreichische E-Commerce Gütezeichen eine zentrale Rolle: Es schafft sofortige Glaubwürdigkeit und reduziert Unsicherheiten beim Kauf.
Stationärer Handel im digitalen Wandel
Auch im stationären Handel wird Vertrauen zunehmend durch digitale Elemente beeinflusst.
Mobile Payments, Self-Checkout und digitale Services gewinnen an Bedeutung - insbesondere bei jüngeren Zielgruppen. Gleichzeitig bleibt Bargeld mit rund 40 % weiterhin relevant.
Das zeigt: Vertrauen entwickelt sich evolutionär. Neue Technologien setzen sich nur dann durch, wenn sie als einfach, sicher und vertraut wahrgenommen werden.
Über die Studie
Der Nexi Payment Report 2025 basiert auf einer groß angelegten europäischen Untersuchung zum Einkaufs- und Zahlungsverhalten.
Insgesamt wurden 27.930 Interviews durchgeführt. Die Studie umfasst 11 europäische Länder.
In Österreich wurden über 2.500 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren befragt, repräsentativ für die Bevölkerung mit Internetzugang.
Der vollständige Payment Report steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung: https://www.nexi.at/de/payment-report