Gewährleistung, Garantie, Mangel

Was bedeutet Gewährleistung?

Gewährleistung ist die rechtliche Verpflichtung des Verkäufers, dem Käufer ein mangelfreies Produkt zu übergeben. Bei der Feststellung des Gewährleistungsanspruchs wird geprüft ob der Mangel bereits vor oder erst nach der Übergabe der Sache bestanden hat.

Wann liegt ein Sachmangel vor?

Voraussetzungen und idealtypische Fälle für einen Sachmangel:

  • Abweichung von der vereinbarten Beschaffenheit: Die Kaufsache eignet sich nicht für die nach dem Vertrag vorausgesetzte/gewöhnliche Verwendung oder sie weist eine Beschaffenheit auf, die bei Sachen der gleichen Art nicht üblich ist

  • Fehlerhafte Montage: Aufgrund unsachgemäßer Montage durch den Verkäufer oder aufgrund unsachgemäßer Montage durch eine fehlerhafte Montageanleitung

Wie lange habe ich einen Anspruch auf Gewährleistung?

Für Verbraucher beträgt die Verjährungsfrist für Gewährleistungsansprüche zwei Jahre ab dem Erhalt der Ware (nur bei Gebrauchtwaren darf ein Händler die Frist auf zwölf Monate verkürzen).

Wer muss beweisen, dass ein Sachmangel vorliegt?

In den ersten sechs Monaten nach dem Kauf wird per Gesetz vermutet, dass der Mangel (oder dessen Voraussetzung/Anlage) bereits beim Erhalt der Ware bestand.

Der Unternehmer hat das Recht das Gegenteil zu beweisen.

Tritt der Mangel erst nach mehr als sechs Monaten in Erscheinung, so müssen Sie als Kunde/in beweisen, dass die Ware schon bei der Übergabe mangelhaft gewesen ist.

Welche Rechte habe ich bei Vorliegen eines Mangels, also im Gewährleistungsfall?

Wenn der gekaufte Artikel mangelhaft ist, können Sie zunächst nur verlangen, dass der Verkäufer wahlweise den Artikel repariert oder stattdessen einen fehlerfreien Artikel liefert. Der Verkäufer kann die Reparatur verweigern, wenn damit unverhältnismäßig hohe Kosten verbunden sind. Im Falle der Verweigerung wegen zu hoher Kosten muss er aber auf seine Kosten ein neues Produkt liefern (Austausch).

Der Händler kann die Gewährleistungsansprüche weder ausschließen noch wesentlich einschränken.

Er haftet in jedem Fall für die Mängelfreiheit der Ware, auch wenn er nicht der Hersteller ist.

Unter besonderen Voraussetzungen haben Sie folgende Ansprüche:

  • Anspruch auf Minderung des Kaufpreises sowie Anspruch auf Schadensersatz

  • Wandlung des Kaufvertrags (Rückabwicklung)

Voraussetzungen für diese Ansprüche sind z. B.:

  • der Verkäufer verweigert den Austausch oder die Verbesserung oder

  • die von Ihnen gesetzte angemessene Frist für die Nacherfüllung ist abgelaufen oder

  • ein Nacherfüllungsversuch ist fehlgeschlagen

Wie unterscheiden sich Garantie und Gewährleistung?

Im Gegensatz zur Gewährleistung ist die Garantie eine freiwillige und frei gestaltbare Leistung des Herstellers (nicht zwangsläufig auch des Händlers).

Die Dauer der Garantiefrist beträgt in der Regel zwischen sechs Monaten und mehreren Jahren. Oft gehen die Leistungen, die sich hinter der Garantie verbergen über den Umfang der Gewährleistung hinaus.
Bei der Garantie haftet der Hersteller z.B. dafür, dass während der Garantiedauer z. B. bestimmte Eigenschaften bestehen bleiben, keine Fehler auftreten etc. Durch die Garantie haben Sie das Recht, eine vom Hersteller definierte Leistung einzufordern, falls innerhalb der Garantiefrist ein bestimmtes Ereignis eintritt.

Beispiele:

  • Vor-Ort-Reparaturservice

  • Nachkaufgarantie

  • Mobilitätsgarantie

  • Reparaturgarantie usw.

Im Normalfall sind diese Leistungen, an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die Garantie beinhaltet - anders als bei Mängelansprüchen - grundsätzlich keine weitergehenden Rechte (Minderung, Wandlung usw.).

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