Studie: Österreicher nutzen Click & Collect kaum

Diagramm Kriterien Click&Collect
  • Click & Collect: Bisher nur von einem Drittel genutzt

  • Jeder Zweite lässt sich die Ware lieber liefern

  • Click & Collect-Nutzer wollen Filialen in der Nähe, Rückgabe- und Umtauschmöglichkeiten

  • Top Beschwerdegründe: Lieferprobleme und Verwendung bzw. Weitergabe persönlicher Daten

  • Günstige, sichere und Anbieter mit Gütesiegel heben sich von der Konkurrenz ab

  • Nur jetzt: BMWFW unterstützt Händler bei der Zertifizierung mit 500 Euro

Click & Collect, also das Online-Bestellen einer Ware und die Abholung in einem stationären Geschäft, soll Kunden mehr Service bieten und gehört zu den aktuellen Trends im Online-Handel. Auch in Österreich tätige Unternehmen setzen vermehrt auf das kanalübergreifende Shopping. Doch sind die österreichischen Konsumenten gewillt Click & Collect zu nutzen? Eine repräsentative Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens ermittelte den Status quo und befragte 500 Österreicher/innen u. a. auch zu Problemen beim Online-Shopping und zeigt, worauf Kunden beim Einkauf im Internet achten.

Click & Collect: Bisher nur von einem Drittel genutzt

Obwohl Kunden bei Click & Collect von einigen Vorteilen profitieren, nutzen bisher nur 4 Prozent der Online-Shopper regelmäßig solche Angebote und knapp ein Drittel (27 Prozent) selten. Ungefähr die Hälfte (49 Prozent) der Befragten bevorzugt die bequeme Lieferung nach Hause oder ins Büro. 20 Prozent sagen, Click & Collect bisher nicht genutzt zu haben, würden dies aber tun. Dazu Thorsten Behrens, Geschäftsführer des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens: „Die Studie zeigt, dass diese Art des Einkaufens in Österreich noch viel Luft nach oben hat. Die Vorteile, z. B. Lieferkosten zu sparen, scheinen für viele nicht groß genug zu sein, um Click & Collect zu nutzen. Außerdem scheint es so, als würde die Lieferung nach Hause doch besser funktionieren, als die häufig gehörten Klagen vermuten lassen.“

Diagramm Nutzung Click&Collect

 

Click & Collect-Nutzer wollen Filialen in der Nähe, Rückgabe- und Umtauschmöglichkeiten

Konsumenten, die sich für Click & Collect interessieren, ist es wichtig, dass eine Filiale des Online-Shops in ihrer Nähe ist (78 Prozent), es eine Rückgabemöglichkeit (59 Prozent) oder eine Umtauschmöglichkeit gibt (45 Prozent) und die Bezahlung in der Filiale möglich ist (33 Prozent). Eine eher untergeordnete Rolle spielen Kriterien wie die Möglichkeit im stationären Handel beraten zu werden, ein eigener Abholschalter und die Möglichkeit zum Test bzw. Anprobe der Ware.

Diagramm Kriterien Click&Collect


Top Beschwerdegründe: Lieferprobleme und Verwendung persönlicher Daten

Die Studie zeigt, dass beim Kauf im Internet noch nicht immer alles reibungslos funktioniert, denn 67 Prozent der Befragten berichten von negativen Erfahrungen. Bei den Beschwerdegründen ganz oben rangieren die verspätete Lieferung der Ware (27 Prozent), die Abweichung von den Erwartungen bzw. der Beschreibung im Online-Shop (22 Prozent) oder das Überhäufen mit Werbung (21 Prozent).

Weitere Problemfelder sind, dass die Ware einfach vor der Haustür/Wohnungstür abgelegt wurde (18 Prozent), persönliche Daten für andere Zwecke verwendet oder an Dritte weitergegeben wurden (16 Prozent) oder das Paket in einem weit entfernten Paketshop hinterlegt wurde (13 Prozent). Ein Drittel hatte bisher noch keine negativen Erfahrungen beim Online-Einkauf. Dazu Behrens: „Click & Collect kann vor allem bei den Lieferproblemen eine Alternative sein und negative Erfahrungen reduzieren. Probleme lassen sich außerdem vermeiden, wenn Konsumenten bei der Online-Shop-Auswahl zertifizierte Anbieter, wie z. B. mit dem Österreichischen E-Commerce-Gütezeichen, wählen. Bei diesen können Kunden auf eine seriöse und professionelle Dienstleistung vertrauen.“

Jene Online-Shopper, die den Anbieter zur Problembehebung kontaktiert haben, berichten von einem gut funktionierenden Kundenservice: 63 Prozent beschreiben ihre Erfahrung mit dem Anbieter bei der Lösung des Problems als sehr positiv, weitere 12 Prozent als überwiegend positiv.

Diagramm Beschwerdegründe

 


Günstige, sichere und Anbieter mit Gütesiegel heben sich von der Konkurrenz ab

Haben Online-Einkäufer die Wahl zwischen zwei Anbietern, dann sind – abgesehen vom Preis (71 Prozent) – die Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit eines Online-Shops (52 Prozent) sowie die Erfahrungen mit dem Anbieter (39 Prozent) die entscheidenden Kriterien. Dies zeigt auch eine aktuelle Studie von Otage Online Consulting aus der hervorgeht, dass 66 Prozent der Kosnumenten einem Online-Shop vertrauen, wenn er über ein Gütesiegel verfügt. „Nach wie vor gibt es beim Online-Shopping Unsicherheiten, weshalb Konsumenten nach vertrauenswürdigen Shops suchen. Ein Gütezeichen ist hier eine wichtige Orientierungs- und Entscheidungshilfe, denn zertifizierte Anbieter erfüllen hohe Qualitätsstandards und heben sich von der Konkurrenz ab“, so Behrens.

Diagramm Auswahl Shop

 


Jetzt: BMWFW unterstützt Händler bei der Zertifizierung mit 500 Euro

Händler, die diesen Wettbewerbsvorteil auch nutzen möchten, sollten dies jetzt tun: Aktuell fördert das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) österreichische Kleinunternehmen bei der Erlangung des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens und übernimmt die Nutzgebühr des ersten Jahres im Wert von 500 Euro. Gültig ist dieses Angebot für Online-Shop-Betreiber mit maximal 20 Mitarbeiter/innen, die sich unter https://www.guetezeichen.at/registrieren anmelden und die notwendigen Kritierien für eine Auszeichnung erfüllen.


Über die Studie:


Die repräsentative Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichen wurde von meinungsraum.at im Oktober und November 2016 mittels Online-Befragung unter 500 Österreicherinnen und Österreichern (zwischen 14 und 65 Jahren) durchgeführt.

Otago Online Trendreport 2017 – Das digitale Konsumverhalten
Durchgeführt von meinungsraum.at mittels Befragung von 1.000 Österreicherinnen und Österreichern, verfügbar unter www.otago.at/otago-online-trendreport-2017.

Über den Autor/die Autorin

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